Häufig gestellte Fragen

Der Ursprung der BIL-Schulen ist in der Landhausstraße in Stuttgart. 1997 wurde dort ein Bildungs- und Informationszentrum eingerichtet, das sich zum Ziel gesetzt hat, insbesondere Kindern aus Migrantenfamilien zu bestmöglichen Abschlüssen zu verhelfen. Aus den Buchstaben B für Bildung, dem Buchstaben I für Information und dem L für Landhausstraße wurde die Abkürzung BIL.
Nein. Sie war vom Entwurf her nie für eine Migrantengruppe oder Migranten überhaupt gedacht. Sie war und ist eine Schule, deren Ziel es ist, unabhängig von Pass und Biographie für jedes Kind, für jede Schülerin, für jeden Schüler die Teilhabe an den vielen Bildungsangeboten unseres Gemeinwesens, die für jeden offen sind, zu erhöhen. Also: Ein uneingeschränktes Ja zur Vielfalt. Schule ist bunt. Um die Qualität in der Unterschiedlichkeit, der Vielfalt der Schülerinnen und Schüler auch real werden zu lassen, verlangte dies eine dem Ziel angepasste Schulorganisation und eine Ethik des helfenden Erziehens. Entsprechend lautet der pädagogische Auftrag der Schulen „Kein Kind darf verloren gehen“
Dass von BIL-Schulen gesprochen wird, versteht sich zunächst von selbst. Die Schule weist heute neben Realschule und Gymnasium, die beide staatlich anerkannt sind, noch eine staatlich genehmigte Grundschule und ein ebenfalls genehmigtes Berufliches Gymnasium im Aufbau vor. Ein weiterer Grund ist die Leitungsstruktur. Der jeweilige Geschäftsführer steht an der Spitze der Schulen. Er versteht sich als das ausführende Organ des Schulvereins. Ihm in der Verantwortung nachgeordnet sind die Personen, die mit Schulleitungsaufgaben betraut sind. Auch von daher ist der Plural BIL-Schulen begründet.
Die BIL-Schulen sind rechtlich Schulen gemäß des Privatschulgesetzes des Landes BW. Und dies bedeutet u.a., dass die Lehrkräfte Qualifikationen entsprechend denen der staatlicher Lehrer ausweisen und unbescholten sein müssen. Also die Frage Migrantin oder Migrant spielt hier keine Rolle. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass vom Gesetz her mindestens 70% des lehrenden Personals der jeweiligen Schulart Qualifikationen ausweisen müssen, welche die einstellende Landesbehörde für die Beschäftigung im Landesdienst als unabdingbar betrachtet. Für Lehrkräfte ohne erstes und zweites Staatsexamen muss eine vom Regierungspräsidium erteilte Unterrichtserlaubnis vorliegen. 
Die Voraussetzung für staatlich anerkannte Schulen, dass dem Unterricht die Bildungspläne des Landes BW zu Grunde liegen und die Stundentafel des Landes eingehalten wird. Die staatliche Anerkennung beinhaltet die Berechtigung der Schulen, gleichartige und gleichwertige Schulabschlüsse wie an Regelschulen unmittelbar zu vergeben.
In einer Schule, in der die Bildungspläne des Landes Grundlage des Unterrichts sind und deutsche Schulabschlüsse vergeben werden, kann die Schulsprache nur deutsch sein. Die BIL-Schulen sind keine „Türkenschulen“. Sie sind öffentliche Schulen des Landes und für jeden zugänglich. Die BIL-Schulen sind rechtlich deutsche Privatschulen. Sie unterstehen wie öffentliche Schulen der Schulaufsicht des Staates. Die Schulen erhalten finanzielle Zuwendungen des Landes sowohl für den unmittelbaren Schulbetrieb als auch Zuschüsse für Schulbauten.
Es gibt keine Gülen-Schulen. Die Gründer von Schulen und anderen pädagogischen und gesellschaftlichen Einrichtungen haben sich die Botschaft von Fethullah Gülen, Menschen durch Bildung das Tor zu sich selbst und in die Gesellschaft zu öffnen, zu Herzen genommen; Dienst am Menschen aus einem ethisch religiösen Verständnis heraus.
Rein rechtlich ist jede staatliche Schule und folglich auch die anerkannten Privatschulen verpflichtet, Religionsunterricht anzubieten. Die Einrichtung des Unterrichts setzt eine Mindestzahl an Schülern der einzelnen Religionsgemeinschaften voraus. Diese ist derzeit an den Schulen nicht gegeben. Dies bedeutet, dass die Schüler am Ethikunterricht wie an den Regelschulen teilzunehmen haben.